Am 10. Juni ist der Ortsbeirat Reichenbach zu seiner zweiten Sitzung zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen ganz unterschiedliche Themen – von neuen Baugebieten über die künftige Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Radverkehr, Grünschnitt, Brandschutz und dem zunehmenden Waschbärproblem.
Unser Ziel bleibt dabei klar: Wir wollen Themen transparent machen, gemeinsam Lösungen entwickeln und die Bürgerinnen und Bürger stärker einbeziehen.
Mehr Transparenz und mehr Austausch
Zu Beginn der Sitzung bedankte sich Ortsvorsteher Marcel Kaffenberger noch einmal für das Vertrauen bei der Kommunalwahl. Gleichzeitig hob er hervor, dass durch den Verzicht von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen auf eigene Listen eine überparteiliche Ortsbeiratsliste möglich geworden ist.
Genau diesen Ansatz wollen wir auch in der täglichen Arbeit weiterverfolgen: gemeinsam an Sachthemen arbeiten und näher an den Bürgerinnen und Bürgern sein. Dazu soll künftig auch die Kommunikation beitragen. Der Ortsbeirat hat einstimmig beschlossen, reichenbach-gestalten.de als zentrale Plattform für die externe Kommunikation zu nutzen und das Angebot durch Instagram und Facebook zu ergänzen.
Baugebiete: Destag und Hofacker bleiben wichtige Themen
Bürgermeister Andreas Heun informierte außerdem über den Stand bei mehreren größeren Vorhaben.
Beim Baugebiet Destag läuft das Bebauungsplanverfahren bereits seit 2018. Die von einem Planer erhobenen Vorwürfe wurden der Kommunalaufsicht vorgelegt. Nach der Stellungnahme der Gemeinde wurden dort keine Beanstandungen festgestellt. Der Vorgang soll nun in die Gemeindevertretung gehen. Außerdem sollen der Planer und die Hessische Landgesellschaft zu einem Gespräch eingeladen werden. Die weitere Entwicklung ist über die Hessische Landgesellschaft vorgesehen.
Auch beim Erschließungsgebiet Hofacker geht es weiter. Die Gemeindevertretung hat einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Nun werden bis zu 35 Träger öffentlicher Belange beteiligt und um Stellungnahme gebeten. Auch hier soll die Entwicklung über die Hessische Landgesellschaft erfolgen.
Kita-Neubau: weiteres Gutachten angekündigt
Auch der geplante Kita-Neubau war Thema. Der Ältestenrat wollte sich am 25. Juni mit dem Projekt beschäftigen. Zusätzlich soll ein weiteres Gutachten eingeholt werden, das ausdrücklich auch die Zukunft der Kita in Lautern mit einbezieht.
Brandschutz im Trautmannshof
Ein weiteres Thema war die Situation im Trautmannshof. Dort leben auch ältere Menschen, die teilweise in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Deshalb wurde mit Unterstützung von Gerhard Hippler eine Brandschutzunterweisung für die Bewohnerinnen und Bewohner organisiert.
Zusätzlich soll gemeinsam mit der Feuerwehr geprüft werden, welche Bedarfe bestehen und ob beispielsweise Übungen sinnvoll sind.
Lautertaler Radclub stellt sich vor
Daniel Noller stellte in der Sitzung den Lautertaler Radclub e.V. vor. Der Verein ist innerhalb von nur zwei Jahren auf rund 70 Mitglieder gewachsen und möchte die Radgemeinschaft im Lautertal weiter stärken.
Das Angebot reicht von gemeinsamen Ausfahrten über Schrauberworkshops und Unterstützung bei Fahrradreparaturen bis hin zu einem Bike-Flohmarkt. Darüber hinaus hat der Verein weitere Ideen: einen Fahrradrundweg für alle, ein gutes Miteinander verschiedener Nutzergruppen im Wald sowie eine Zusammenarbeit mit dem RTC.
Angesprochen wurden außerdem Fahrradschutzstreifen entlang der Nibelungenstraße und mögliche Fahrrad-Reparaturstationen im Wald.
Kommt eine Schnittgutsammelstelle für das Lautertal?
Ein sehr praktisches Thema brachte Martin Schaarschmidt ein: die Einrichtung einer eigenen Schnittgutsammelstelle im Lautertal.
Bislang müssen Bürgerinnen und Bürger für die Entsorgung unter anderem nach Bensheim fahren. Als möglicher Standort wurde deshalb das geschlossene Gelände des KMB genannt. Denkbar wäre dort beispielsweise ein Container, der an einem bestimmten Werktag für einige Stunden zugänglich ist.
Bürgermeister Heun will die Möglichkeiten mit dem ZAKB und dem KMB besprechen. Der Ortsbeirat hat die Gemeinde einstimmig gebeten zu prüfen, ob eine entsprechende Sammelstelle eingerichtet werden kann.
Böllern an Silvester: Erfahrungen anderer Kommunen gefragt
Auch das Böllern zum Jahreswechsel wurde diskutiert. In Teilen der Bevölkerung wird es insbesondere wegen der Brandgefahr und aus Tierschutzgründen kritisch gesehen.
Bevor weitere Überlegungen angestellt werden, sollen zunächst Erfahrungen aus anderen Kommunen eingeholt werden. Bürgermeister Heun will sich dazu mit Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen austauschen.
Waschbären werden zunehmend zum Problem
Ein Thema, das viele Menschen in Reichenbach inzwischen unmittelbar betrifft, sind Waschbären.
In der Sitzung wurde darauf hingewiesen, dass das Waschbäraufkommen zunehmend problematisch wird. Die Tiere räumen unter anderem Nester aus und fressen Eier, Jungvögel, Amphibien, Reptilien und andere Kleintiere. Ein starkes Vorkommen kann heimische Tierarten zusätzlich unter Druck setzen und Brut- sowie Rückzugsräume beeinträchtigen.
Deshalb soll das Thema in der nächsten Ortsbeiratssitzung vertieft werden. Der Jäger Thomas Meyer soll dort über den Umgang mit Waschbären informieren.
Gleichzeitig ist auch jede und jeder Einzelne gefragt: Waschbären sollten auf keinen Fall gefüttert werden. Außerdem können geeignete Maßnahmen an Häusern und Grundstücken helfen, den Tieren den Zugang zu Futter- und Unterschlupfmöglichkeiten zu erschweren.
Deine Themen gehören in den Ortsbeirat
Unter dem Tagesordnungspunkt „Bürger haben das Wort“ gab es diesmal keine Wortmeldungen. Genau das möchten wir künftig gerne ändern.
Der Ortsbeirat soll ein Ort sein, an dem Themen aus Reichenbach aufgenommen und gemeinsam diskutiert werden. Wenn Dich etwas beschäftigt, Du eine Idee hast oder auf ein Problem aufmerksam machen möchtest, sprich uns gerne an oder nutze die Möglichkeiten auf reichenbach-gestalten.de.
Denn Reichenbach lässt sich am besten gemeinsam gestalten.
Weitere Infos zur Sitzung, sowie das Protokoll, findet ihr im Ratsinfo-System der Gemeinde Lautertal.
